Neueste Entwicklungen

Dieser Artikel erklärt, weshalb die Pflege und weiteren Entwicklungen dieser Internetseite nicht wirklich mit großem Elan weiter betrieben wird.

Diese Seite wurde im Herbst 2016 als Abschlussprojekt im Rahmen einer Fortbildung für Online-Redakteure gestaltet. Im Frühling 2017 waren dann einige wichtige Revisionsarbeiten fällig, die noch unvollendet sind. Auch Infos über aktuelle Programmversionen wurden – wie eigentlich geplant – nicht realisiert. Wieso? Haben wir keine Lust mehr dazu?

Nein! Das Thema ist nach wie vor interessant und auch der zeitliche Aufwand hält sich in machbaren Grenzen. Das Problem ist ganz anderer Natur:

Es zeichnet sich ab, dass diese Technik (Blutmessung und Datenverarbeitung in einer App) über kurz oder lang verschwinden wird. Immer mehr Diabetiker nutzen das „FreestyleLibre“ CGM von Abbott. Die Abkürzung CGM bedeutet: „Continuous Glucose Monitoring“ – also „kontinuierliche Glukoseüberwachung“. Dabei wird ein Sensor auf die Haut geklebt, der über einen Messfühler im Unterhautgewebe alle fünfzehn Minuten automatisch den Blutzuckerspiegel misst. Pieksen ist nicht mehr notwendig! Die Dokumentation weiterer Daten ist im Lesegerät möglich, dass die Daten aus dem Sensor durch einfache Annäherung übertragen bekommt. Für insulinpflichtige Diabetiker, die in der Regel deutlich mehr als dreimal täglich ihren Blutzuckerspiegel messen, ist dieses System zudem viel kostengünstiger. Deshalb wird es inzwischen von (fast) allen Krankenkassen voll bezahlt!

Dabei ist nicht allein die vereinfachte Messung der Werte die Revolution. Mit einem CGM ist der Arzt in der Lage den echten Verlauf des Blutzuckers über den Tag hin zu verfolgen, anstatt ihn anhand von drei oder vier Werten mehr oder weniger zu erraten. Das ist ungefähr vergleichbar mit einer Blitzanlage an einer Straße (Blutmessung) und einen Fahrtenschreiber im Auto (CGM). Die Blitzanlage an der Straße (die Blutmessung) gibt nur einen einzelnen Wert wieder. Aber stellt dieser Wert einen Tiefpunkt im Verlauf dar, einen Höhepunkt, ist die Kurve ansteigend oder abfallend – all dies lässt sich aus dem Einzelwert nicht erkennen. Nur der Fahrtenschreiber (das CGM-System) gibt ganz klar Auskunft darüber. Damit ändert sich auch die Therapie nachhaltig! Denn für die optimale Therapie ist es wichtig zu wissen, ob die maximalen und minimalen Tageswerte sehr weit auseinander liegen oder sehr nahe beisammen sind. Selbst der HbA1c-Wert sagt darüber nichts aus.

Ein Beispiel: Die Zahlen 10 und 2 ergeben einen Mittelwert von 6 (10+2=12 / 12÷2=6). Auch die Zahlen 5 und 7 ergeben einen Mittelwert von 6 (5+7=12 / 12÷2=6). Jedoch liegen die Zahlen 2 und 10 viel weiter auseinander als 5 und 7.

Dies haben die Mediziner schnell erkannt und natürlich auch die Hersteller der auf dieser Seite beschriebenen Blutzuckermesssysteme. So gibt es von den meisten Apps seit längerem keine Updates mehr. Mit dem Contour NextOne hat Bayer (inzwischen Ascensia DiabetesCare) Anfang 2017 noch ein neues Gerät auf den Markt gebracht. Die angekündigten Geräte von Sanofi sind ausgeblieben – stattdessen liest man von einer engen Zusammenarbeit zwischen Sanofi und Roche, nachdem Übernahmepläne wohl gescheitert sind. Alles – wie so oft in diesem Business – im Fluss und schwer durchschaubar.

Und das „FreestyleLibre“ wird auch nur ein kurzer Zwischenschritt sein. Die „Buschtrommeln“ des Internets deuten darauf hin, dass Apple (ja, der iPhone-Hersteller) an einem komplett blutfreien Messsystem arbeitet. Dabei wir der Blutzuckerspiegel durch die Haut über Licht in einer speziellen Frequenz gemessen. Die grundsätzliche Machbarkeit haben Forscher in Großbritannien und den USA schon vor mehreren Jahren gezeigt.

Nun mag man sich fragen, wieso ausgerechnet ein Computerhersteller auf diesem Gebiet aktiv wird. Die Antwort ist einleuchtend: Apple ist das wertvollste Unternehmen der Welt und hat das Geld diese Entwicklung voranzutreiben. Und die wird von Experten wirklich als extrem teuer eingeschätzt. Danach ist Apple dann aber auch in der Lage diese Neuentwicklung wieder zu Geld zu machen – zu sehr viel Geld! Die Messeinrichtung wird – darauf deuten die Gerüchte hin – Teil des AppleWatch-Systems sein. Vermutlich werden die Sensoren zur Blutzuckermessung (und weitere Health-Tracker) im Armband der AppleWatch untergebracht. Die Uhr selbst dient dann als Vermittlungsstelle, die die Daten ans iPhone weiterreicht, wo sie z.B. in der „Health“-App gesammelt und verwaltet werden können.

Egal wie teuer die Entwicklung dieses Systems sein wird – für den Kunden (und in Deutschland die Krankenkassen, die es bezahlen) wird dieses System unschlagbar billig sein, denn es gibt ja dann keinerlei Verbrauchsmaterial mehr. Ein Vergleich:

Das „FreestyleLibre“ CGM kostet im Monat rund € 120 – dasselbe wie täglich siebenmal messen mit einem herkömmlichen Messgerät. Eine AppleWatch hingegen kostet rund € 400. Selbst wenn das Armband nochmal € 400 kostet so ist es doch bereits nach einem halben Jahr billiger als ein „FreestyleLibre“.

Resultat: wenn dieses System auf den Markt kommt – und das Weihnachtsgeschäft 2017 erscheint realistisch – sind alle anderen Systeme tot! Dann wird für die 500 Millionen Diabetiker auf dieser Welt die AppleWatch vom „want-to-have“ zum „must-have“. Und man kauft dann natürlich noch ein iPhone dazu …

Also ich würde Apple-Aktien kaufen, wenn es welche zu kaufen gäbe  🙂

So sehr mich das als Diabetiker freut – für dieses Seite bedeutet es natürlich das AUS. Spätestens mit der Markteinführung eines solchen Systems werden wir hier die Lichter ausmachen.

Und deshalb läuft die Pflege dieser Seite auf Sparflamme …