Autor: (SE)

Kontinuierliches Glukose-Monitoring wird Kassenleistung für Diabetes-Patienten

Durchbruch für insulinpflichtige Diabetiker

Insulinpumpe mit Infusionsset
Insulinpumpe mit Infusionsset

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, dass die gesetzlichen Krankenkassen Systeme für ein kontinuierliches Glukose-Monitoring mit Real-Time-Messgeräten (rtCGM) bezahlen müssen, sofern sie für insulinpflichtige Diabetes-Patienten bestimmt sind, für die eine intensivierte Insulinbehandlung notwendig ist. Das gab der G-BA in seiner Presseerklärung vom 16.6.2016 bekannt.

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Urlaub mit Diabetes

Diabetiker können heute fast uneingeschränkt lange Flugreisen unternehmen. Auch der Urlaub in einer heißen Gegend oder in der Kälte ist für Diabetiker heute unbedenklich – solange einige Regeln beachtet werden. Ist das Reiseziel klar? Sind die Papiere auf dem neuesten Stand? Wurde die Diabetes-Ausrüstung gecheckt? Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt.

Fast sechs Millionen Deutsche leiden an Diabetes. Für viele dieser Menschen ist der Sommer die Zeit für eine längere Urlaubsreise. Während vor einigen Jahren Diabetikern noch von langen Flugreisen abgeraten wurde, spricht heute nichts mehr dagegen, dass auch Diabetiker sich ein tolles Fernreiseziel für ihren Urlaub aussuchen. Solange sie die richtigen Vorbereitungen treffen und einige Dinge beachten, steht einem Flug ins Urlaubsparadies nichts mehr im Wege.

 

Das Urlaubsziel

Sonnenuntergang am Strand mit Palme
Diabetiker müssen nicht auf exotische Reiseziele verzichten - wenn Sie ein paar Dinge beachten!
Photo by Martin Vorel - Public Domain license (CC0).

Dar perfekte Urlaubsort für den Diabetiker liegt eigentlich in einer gemäßigten Klimazone. Denn ist es zu heiß, so geht das oft zulasten der Glukosetoleranz, was dazu führen kann, dass der Blutzucker nach den Mahlzeiten stark ansteigt. Besonders, wenn zu wenig getrunken wird und dadurch die Gefahr des Austrocknens besteht, ist Vorsicht geboten. Hohe Temperaturen können außerdem den Blutfluss beschleunigen, sodass die Aufnahme von gespritztem Insulin ins Blut beeinflusst werden kann. Zudem verliert das Insulin ab ungefähr 30 Grad Celsius seine Wirkung.

Bei zu großer Kälte dagegen droht Unterzuckerung oder Insulinmangel. Diese Gefahr besteht auch, wenn man sich in extremen Höhenlagen befindet. Eine Tour auf die höchsten Gipfel der Erde oder ein Trip ins ewige Eis sind daher für den Diabetiker ebenso mit Vorsicht zu genießen wie eine Wüstensafari. Dennoch können auch Diabetiker in den Genuss eines Sommerurlaubs in der Wärme oder eines sportlichen Winterurlaubs in den Bergen kommen, solange sie einige Grundregeln beachten.

 

Die richtige Ausstattung

Um für Notfälle gewappnet zu sein, sollte der Diabetiker die doppelte Menge an Insulin in den Urlaub mitnehmen, als er eigentlich für den Zeitraum der Reise einplanen würde. Bei Flugreisen muss das Insulin unbedingt im Handgepäck mit sich geführt werden, da es im Frachtraum gefriert und dadurch unbrauchbar wird.

Stewardess im Mittelgang eines Flugzeugs
Der gesamte Insulinvorrat sowie eine vollständige Diabetiker-Ausrüstung gehört ins Handgepäck!
Photo by Martin Vorel - Public Domain license (CC0)

Doppelt ist nicht nur für die Menge an Insulin ratsam: Am besten ist man vorbereitet, wenn man insgesamt eine doppelte Diabetes-Ausrüstung auf die Reise mitnimmt. Eine gehört ins Handgepäck, die zweite am besten in unterschiedliche Koffer, falls einer verloren geht. Auch ein zweites Blutzuckermessgerät gehört unbedingt ins Gepäck! Geeignet sind vor allem Messgeräte, die einen möglichst großen Temperaturbereich abdecken, in dem sie zuverlässig arbeiten. Da es im Urlaub wichtig ist, bei höheren Werten auch die Ketone bestimmen zu können, sollte es für den Urlaub ein Messgerät sein, für das Blutketonteststreifen erhältlich sind.

Benutzer von Blutzuckermessgeräten mit App sollten daran denken, dass sie dabei auf das Internet angewiesen sind. Ist der Zugang nicht gewährleistet, sollten sie sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie sie die Messergebnisse dokumentieren und ihr Diabetes-Tagebuch führen. Vielleicht müssen sie auf das altbekannte Heft zurückgreifen.

Neben Spritzen/Pens, Ersatznadeln, Teststreifen, Lanzetten, Stechhilfe und Insulin sollte man für die Reise auch an ausreichend Traubenzucker und wenn nötig Glukagon denken. Ebenfalls wichtig: Ersatzbatterien für das Messgerät und gegebenenfalls für die Insulinpumpe!

 

Vorbereitung ist alles

Damit der Urlaub die angestrebte Erholung bietet, ist für jeden Reisenden die richtige Vorbereitung wichtig. Das gilt erst recht für Diabetiker! Als erstes sollte man sich daher davon überzeugen, dass die Krankenversicherung auch die Krankheitsfälle in dem Land abdeckt, in welches man verreist  Das gilt vor allem, wenn man nicht ins EU-Ausland reist.

Deckt die Kasse Krankheitsfälle im Reiseland nicht ab, kann man eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen. Achtung, hier sind oft chronische Erkrankungen wie Diabetes und deren Folgen nicht mit abgedeckt!

Wichtig ist es auch, einen Diabetiker-Ausweis, der in zwei Sprachen über die Krankheit und die Medikation informiert, im Handgepäck zu haben. Außerdem darf das „Medical Certificate“, die ärztliche Bescheinigung über die Diabetes-Erkrankung, nicht fehlen. Diese lässt man sich vor dem Urlaub von seinem Arzt ausstellen. Nur damit bekommt man Insulin, Spritzen und Blutzuckermessgerät problemlos durch die Sicherheitskontrolle.

Eine Diabetes-Ausrüstung und das gesamte Insulin gehören ins Handgepäck! Medizinisch notwendige Gerätschaften dürfen im Handgepäck mit an Bord eines Flugzeuges genommen werden, wenn der Arzt die Notwendigkeit bescheinigt.

 

Kenntnisse auffrischen, Unsicherheiten mit dem Arzt im Vorfeld abklären

Gespräch mit der Diabetesassistentin
©Techniker-Krankenkasse
Klären Sie vor Antritt Ihrer Reise alle wichtigen Fragen mit dem Arzt!

Diabetiker kennen sich meistens hervorragend aus mit ihrer Krankheit und wissen genau, was wann zu tun ist. Sie müssen auch gut informiert sein, damit sie ihren Alltag mit der Krankheit richtig organisieren und gut meistern können. Doch für den Urlaub ist es hilfreich, sich beim Arzt noch einmal rückzuversichern, ob man alle wichtigen Fakten auf dem Schirm hat.

Man sollte unbedingt besprechen, wie man die Medikation an körperliche Aktivitäten anpasst. Auch welche Auswirkungen Hitze oder Kälte auf den Stoffwechsel und auf die Medikamente haben können und wie man damit umgehen soll, ist ein Thema für das Arztgespräch. Besprochen werden sollte auch, wie man eine Stoffwechselentgleisung bei typischen Reisekrankheiten wie Durchfall, Erbrechen oder Fieber vermeiden kann.

Insbesondere weite Flüge nach Westen oder Osten, also in die USA oder nach Asien haben Einfluss auf den Insulinbedarf. Bei einer Reise in den Westen verlängert sich der Anreisetag und der Insulinbedarf steigt. Bei eine Reise in den Osten dagegen wird der Tag der Anreise kürzer, sodass der Insulinbedarf sinkt. Wie passt man die Dosis richtig an? Wie ist der Jetlag zu beachten? Das sollte mit dem Arzt vor Antritt der Reise gründlich besprochen werden.

 

Regelmäßig den Blutzucker messen!

Der Blutzucker sollte im Hochsommer und in heißen Urlaubsorten noch häufiger als normalerweise gemessen werden, ebenso wie an besonders kalten Orten. Die Diabetes-Ausrüstung mit Insulin, Teststreifen und Messgerät ist beim hochsommerlichen Ausflug oder am Strand am besten in einer Kühlbox untergebracht. Denn auch die Messgeräte und die Teststreifen können durch große Hitze beeinflusst oder sogar komplett unbrauchbar werden.

Da die Ausrüstung auch durch zu niedrige Temperaturen Schaden nehmen kann, sollte sie auch an kalten Orten in einer isolierenden Tasche oder Box mitgeführt werden; einen Insulin-Pen trägt man am besten unter der Kleidung direkt am Körper.

 

Eine Checkliste für die bevorstehende Reise stellt die Deutsche Diabeteshilfe hier zur Verfügung.

(SE)